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Monika wird bei unseren Läufen immer an unserer Seite sein.
CLUB LAUFIMPULS
Abschied von Monika Nedwed mit Gedächtnislauf im Prater
In dieser Woche mussten wir von einer unserer Lauffreundinnen für immer Abschied nehmen. Am 7. Jänner 2013, Monikas 66. Geburtstag, hatten wir uns am Ottakringer Friedhof eingefunden.
 „Mit 66 Jahren …“, so beginnen die Zeilen eines bekannten Schlagers. Der weitere Text ist für den heutigen Tag leider so unpassend wie sonst gar nichts.

Für uns alle gilt, wir sind unsagbar traurig: Monika fehlt uns so sehr! Nichts mehr wird sein wie früher. Da wird besonders für ihren Mann Nik eine Lücke bleiben, die sie bisher ausfüllte.

Aber man könnte den Schlagertext auch anders deuten: Philosophisch betrachtet gibt es ein Land der Lebenden und ein Land der Toten. Dazwischen dient als Brücke unsere Liebe. Eine Liebe, die Monika vielen Menschen bereit war, zu schenken. In erster Linie ihrem Mann Nik und Sohn Tommy mit seiner Familie. Neben der Familie blieb aber immer noch sehr viel Platz für Freunde und Bekannte, denen sie immer in einer offenen Art begegnete und auch in schwierigen Situationen für sie da war.

Eine Liebe, die ihr auch erwidert wurde. Nik war bis zuletzt an ihrer Seite. Sie wurde aber auch enttäuscht. Das traf sie hart. Sie ließ sich aber nichts anmerken und nur in ganz vertraulichen Momenten sprach sie von diesen Enttäuschungen. Denn sie war auch eine gute Schauspielerin, die vieles elegant überspielen konnte. Wie z.B. ihre Fehlsichtigkeit, die sich nach einem Raubüberfall auf sie, deutlich verschlechtert hatte.

Monika – ein Mensch, den man einfach nicht übersehen konnte. Auf der einen Seite fiel sie einem sofort durch ihre langen Haare und ihr selbstbewusstes Auftreten auf. Auf der anderen Seite hatte sie immer einen klaren Weg vor Augen, ob in ihrer Familie, beim Sport oder im Beruf. Noch bei meinem letzten Besuch, sprach sie davon, dass sie ihre Spur gefunden hat und auf der sei sie weiterhin unterwegs.

Ihr Erscheinen war begleitet von einer Eleganz und Geschmeidigkeit in ihren Bewegungen, die wohl auf Ihre Jahre als Elevin in der Staatsoper zurückzuführen sind. Die Schule wie ihre ganze Ausbildung absolvierte sie in Wien – in ihrer Stadt. Hier wurde auch das Laufen zu ihrer zweiten Profession.

Mit ihr sind wir wunderbare Wege gegangen und viele Meter davon gemeinsam gelaufen. Wir haben gelacht, gefeiert, gehofft. Mit ihr sind wir auch durch dunkle Gassen gegangen, haben gebangt, geweint, und doch wieder gehofft. „Wie soll ich dem Krebs davonlaufen, wenn ich nicht mehr laufen kann?“ fragt sie uns noch auf ihrer Parte. Davor hatte sie viele Prüfungen des Lebens überstanden, Laufen war ihr dabei immer eine wesentliche Stütze. Noch im letzten Jahr waren wir gemeinsam an der Algarve auf einer Laufwoche. Es schien, dass sie den Krebs in den Griff bekommen würde. Aber Laufen ist kein Allheilmittel, gerade nicht gegen seelische Wunden.

Immer in Erinnerung bleibt uns ihre Leistung nach ihrer ersten Hüftoperation. Nur 11 Monate nachdem sie eine künstliche Hüfte erhalten hatte, lief sie im Herbst 2004 ihren besten Marathon und steigerte sich dabei um genau 11 Minuten auf 3:44:04 Stunden. Und das Ganze als 57-Jährige!
Sie war mehrfache Medaillengewinnerin bei Österreichischen Meisterschaften und nahm erfolgreich an Masters-Weltmeisterschaften teil. Für den Verein Happy Lauf Anger sicherte sie mit ihrem Einsatz einige Mannschaftswertungen – sie war eine gute Teamplayerin. Das war sie auch immer bei uns im CLUB LaufImPuls.

Der Marathon war ihre ganz besondere Leidenschaft. Mit ihrem Willen und ihrem Kämpferherz überraschte sie uns mit oft  ganz unerwarteten Leistungen.

Die Tankstelle Nedwed in der Wiener Wagramer Straße „Nummer 40“ – 42,195 wäre wohl die passendere Hausnummer gewesen – war ein beliebter Anlaufpunkt für die heimische Laufszene. Als „heimelige Auftankstelle“ vor dem Vienna City Marathon war sie mehr als ein Geheimtipp. Hier bekamen für die 42km noch alle ihren Tiger in den Tank. Hier war der Marathon zuhause. Die vielen Pokale, Medaillen und Bilder gaben Zeugnis über ihre Sportbegeisterung und ihre Erfolge.

Wir weinen um Monika und werden in unserem Leben weitergehen. Sie ist nicht mehr da und dennoch wissen wir sie auf ihrem Weg und auf dem bleibt sie ganz nah bei uns. Denn sie wird ewig in unseren Gedanken, in unseren Erinnerungen und in unseren Herzen sein. Da hat sie einen fixen Platz. Wir werden sie nicht vergessen, denn wir sind ihr für immer dankbar, dass wir sie bei uns hatten.

Die Sieben stellt ihre Glückszahl dar und die 7 bleibt zumindest beim Marathon in Salzburg für Monika reserviert.

Unser besonderer Dank gilt Ilse. Sie hat Monika durch ihre Krankheit begleitet und Nik viel Kraft in diesen schweren Tagen gegeben. Dank allen, die sich mit Nik, Thommy und der Familie verbunden fühlen und Ihre Anteilnahme in so vielfältiger Weise zum Ausdruck brachten sowie allen, die Monika auf ihrem Marathon begleiteten und auch auf ihrer endgültigen Ziellinie an ihrer Seite waren.

„Monika, für uns bleibst Du immer eine Siegerin.“

Am Sonntag den 13. Jänner 2013 findet ein ruhiger und stiller Gedenklauf für Monika statt.
Treff: 10:30 am Stadionparkplatz vor der "Sportleroase", 1020 Wien
Infos dazu: www.lauftiger.at
Text: SIP
Foto: SIP