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PAAK belagert Sitz des kenianischen Verbandes
Eine Gruppe von kenianischen Athleten hat gestern den Sitz des kenianischen Leichtathletikverbandes Athletics Kenya in Nairobi verriegelt. Die Forderung der Protestanten: Die Rücktritte von Isaiah Kiplagat und David Oyeko.
Seit dem frühen Montagmorgen besetzen Athleten der Organisation Professional Athletics Association of Kenya (PAAK) unter der Leitung ihres Generalsekretärs Julius Ndegwa das Areal des Sitzes des kenianischen Leichtathletikverbandes Athletics Kenya und behindert dadurch naturgemäß die Arbeit der Verbandsmitglieder. „Wir verlangen, dass die höchsten Funktionäre von Athletics Kenya zurücktreten. Immerhin werden gegen sie polizeiliche Ermittlungen geführt und ich bin der Meinung, dass sie hauptverantwortlich für den Niedergang der kenianischen Leichtathletik sind“, fordern die Protestanten. „Unsere Nation ist größer als Isaiah Kiplagat und David Oyeko (Präsident und Vize-Präsident von AK, Anm.), die viel Geld gestohlen haben und Hauptprotagonisten in einigen Verschwörungstheroien sind. Wir sind der Meinung, genug ist genug! Sie hatten ihre Chance, aber sie sind offensichtlich nicht für Veränderungen bereit. Deswegen muss die Veränderung bei der Besetzung der Verbandsspitze begonnen werden. Es gibt genügend kompetente, ehemalige Athleten in diesem Land“, fährt Ndegwa fort.

„Ernst zu nehmende Athleten trainieren!“
Der Verband reagierte abweisend auf die Forderungen. „Wir erkennen diese Gruppe nicht an. PAAK ist nicht Mitglied von Athletics Kenya. Wir haben die nationalen Behörden eingeschaltet, um uns zu unterstützen“, so Jack Tuwei, ein weiterer Vize-Präsident von Athletics Kenya, via kenianischen Medien. „Es gibt viele zivilisiertere Wege, sich zu beschweren. Aber einfach hierher zu kommen, das Gebäude zu blockieren und damit alle auszusperren, ist nicht richtig.“ Deutlich schnippischer wird Präsident Kiplagat in der BBC zitiert: „Ernst zu nehmende Athleten trainieren. Sie haben keine Zeit für irgendwelche Demonstrationen!“

Noch keine Reaktion von Wilson Kipsang

Unter den knapp 50 Protestierenden, welche sich im Gebäude verbarrikadiert haben, befinden sich laut kenianischen Medienberichten einige ehemalige auf internationalem Terrain aktive Athleten, aber keine bekannten Stars – weder der Jetzt-Zeit, noch der Vergangenheit. Erste Reaktionen in sozialen Netzwerken unterstreichen jedoch, dass einige kenianischen Athleten hinter den Forderungen der Gruppe stehen, so zum Beispiel 400m-Hürden-Weltmeister Nicholas Bett. Dagegen warnt Eliud Kipchoge vor Kurzschlusshandlungen: „Wut züchtet lediglich mehr Wut und Gewalt in unserem Sport.“Vorsitzender der Organisation PAAK ist der ehemalige Marathon-Weltrekordhalter Wilson Kipsang.
Text: SIP / TK
Foto: Saddique Shaban / Twitter