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GESUNDHEIT UND ERNäHRUNG
Besseres motorisches Lernen nach 30 Minuten laufen
Ein 30-minütiger Lauf genügt, um die Fähigkeit des motorischen Lernens erheblich zu verbessern. Zu dieser Erkenntnis kommt ein Forscherteam der John Hopkins University im US-amerikanischen Baltimore in einer in der Online-Fachzeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlichten Studie.
Die US-amerikanische Forschergruppe wählte einen neuen Zugang zur Verknüpfung von bekannten Faktum „Laufen macht schlauer“. Regelmäßige sportliche Bewegung wird in der Wissenschaft nämlich assoziiert mit einer Leistungsverbesserung bei kognitiven Aufgaben wie Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen oder die Langzeiterinnerung. Dem Ansatz der Auswirkungen regelmäßiger Bewegung auf das motorische Lernen, welchem sich die US-amerikanischen Wissenschaftler widmeten, wurde bis dato in der Sportwissenschaft kaum nachgeforscht.

Geistig heller direkt nach dem Laufen
In einem ersten Experiment untersuchte das Forscherteam den Effekt moderaten, aerobischen Trainings auf den Erwerb motorischer Fähigkeiten. Dazu mussten 24 junge und gesunde Erwachsene eine spezielle Aufgabe zur Messung motorischen Lernens in drei verschiedenen Rahmenbedingungen absolvieren: erstens direkt nach einem 30-minütigen Lauf in moderatem Tempo, zweitens nach einem Lauf und einer langen Ruheperiode und drittens nach einem gemütlich Spaziergang langsamen Tempo. Die Auswertung der Tests stellte fest, dass die Gruppe, die unmittelbar nach dem Lauf die Übungen zum motorischen Lernen absolvierte, die besten Ergebnisse erzielte und jene Gruppe, die keinen Sport machte (gemütlicher Spaziergang), am schlechtesten abschnitt. Die Wissenschaftler sprechen im Fazit von „signifikanten Unterschieden“.

Langzeiteffekt
In einem zweiten Experiment versuchte das Forscherteam, den Erwerb und den Erhalt motorischer Fähigkeiten zu untersuchen. 20 weitere Probanden absolvierten drei Tage hintereinander entweder einen 30-minütigen Lauf oder einen Spaziergang, bevor sie Übungen zum motorischen Lernen ablegten machten. Am vierten Tag fiel die Bewegungseinheit aus. Erneut schnitt jene Gruppe, die lief, deutlich besser ab als die Gruppe, die lediglich einen Spaziergang absolvierte, was den Langzeiteffekt von regelmäßiger Bewegung auf das motorische Lernen skizzieren soll. Die Unterschiede am „Ruhetag“ waren vergleichbar mit jenen an den Vortagen.

Chemikalien im Gehirn durch Laufen aktiviert

Die Forscher erwähnten zwei Theorien zur Erklärung der Erkenntnisse: Ein psychologisches Modell besagt, dass regelmäßiges Training den Geist generell auf Trapp bringt und hilft, sich besser zu konzentrieren und fokussieren. Ein Modell aus der Neuroendokrinologie besagt, dass durch die sportliche Betätigung mehr Chemikalien im Gehirn aktiv werden. 
Text: SIP / TK
Foto: Jedermannlauf / Johannes Langer