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Die überragende Geherin Liu Hong macht auch im Langstreckenlauf eine gute Figur.
NEWS
Kipchumba und Moges gewinnen 35. Peking Marathon
Der Kenianer Mariko Kipchumba und die Äthiopierin Betelhem Moges sind die Sieger des diesjährigen Peking Marathon. Der 40-jährige Oldie musste sich gegen einen äthiopischen Unter-2:05-Stunden-Läufer wehren, die Äthiopierin gewinnt das Duell gegen eine Landsfrau. Star im Feld der Damen ist die Weltrekordhalterin im Gehen.
Das Rennen der Herren wird weniger aufgrund der gelaufenen Zeiten, sondern vielmehr aufgrund des spannenden Kampfs um den Sieg in Erinnerung bleiben. Bei Kilometer 30 lagen drei aussichtsreiche Kandidaten an der Spitze des Rennens, neben dem späteren Sieger Mariko Kipchumba auch noch der Äthiopier Berhanu Shiferaw und Jackson Kiprop aus Uganda. Shiferaw verlangsamte zu diesem Zeitpunkt das Tempo etwas, so dass ein Duo das Rennen einige Minuten lang gestaltete, allerdings erholte sich der äthiopische Favorit, überholte fünf Kilometer später Kiprop und holte Augenblicke später auch den führenden Kipchumba ein. Nun versuchte Shiferaw, der 2013 im Alter von 19 Jahren in Dubai eine Zeit von 2:04:48 Stunden gelaufen war, die ihn auf den damals sensationellen zweiten Rang hinter Sieger Lelisa Desisa – einer der besten äthiopischen Marathonläufer der Jetzt-Zeit – führte, auch das Duell gegen Kipchumba noch zu gewinnen.

Alter schützt vor Marathon-Siegen nicht
Doch der 40-jährige Oldie warf all seine Routine in die Waagschale und setzte sich am Ende in einer Zeit von 2:11:00 Stunden sicher durch und hatte im Ziel einen Vorsprung von über einer halben Minute auf seinen schärfsten Rivalen. „Ich bin überglücklich. Ich bin zum ersten Mal hier und habe gleich gewonnen“, jubelte der Sieger, dessen größter Erfolg bis dato ein Sieg beim Xiamen Marathon im Jahr 2014 darstellte. Rang drei ging an Wirimai Juwawo aus Simbadwe in einer Laufzeit von 2:14:25 Stunden, während Kiprop, der vor exakt vier Wochen an gleicher Stelle Zehnter des WM-Marathon war, am Ende erwartungsgemäß die Kraft ausging.

Duell der Äthiopierinnen
Bei hervorragenden Wetterbedingungen mit 20°C und allerdings für Peking nicht unüblich schlechter Luft entwickelte sich bei den Damen ein Duell der beiden Äthiopierinnen Abebech Afework und Betelhem Moges. Die 24-jährige Moges erarbeitete sich auf den letzten zehn Kilometern der Strecke einen beruhigenden Vorsprung und triumphierte in einer Zeit von 2:27:31 Stunden. Die gleichaltrige Afework kam mit gut eineinhalb Minuten Rückstand auf Rang zwei ins Ziel, Dritte wurde die Nordkoreanerin Sin Yong Sun, die in einer Zeit von 2:31:31 Stunden eine neue persönliche Bestleistung erzielte.

Geherin „läuft fremd“
Interessant war auch der Auftritt von Liu Hong, die in einer Zeit von 2:52:23 Stunden ins Ziel kam. Die 28-jährige Chinesin ist die aktuelle Weltrekordhalterin im 20km-Gehen der Damen und hatte in dieser Disziplin bei den Weltmeisterschaften von Peking die einzige Goldmedaille für die gastgebende Nation geholt. „Jetzt kenne ich endlich die Strapazen, die meine männlichen Kollegen im 50km-Gehen auf sich nehmen müssen. Nach 30 Kilometern war ich so müde. Ich möchte gerne wieder einen Marathon laufen, aber sich erst nach den Olympischen Spielen von Rio“, bilanzierte sie nach einem ordentlichen Marathon-Debüt.

Kleines Jubiläum auf WM-Strecke
Der Peking Marathon ist eine der ältesten Laufveranstaltungen im Reich der Mitte und wurde heuer bereits zum 35. Mal ausgetragen. Gestartet wurde auf dem legendären Tiananmen Platz, danach liefen die rund 30.000 Läuferinnen und Läufer weitgehend auf jenen Streckenpassagen, auf denen vor knapp einem Monat beide WM-Marathons ausgetragen wurden. Die Ziel befand sich jedoch nicht im Olympiastadion, sondern auf dem Vorplatz.

Peking Marathon
Text: SIP / TK
Foto: Peking Marathon / Li Ming