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Ajee Wilson, hier bei den Staffel-Weltmeisterschaften 2014, wo sie mit dem US-Team die Goldmedaille gewann, galt als eine der größten Medaillenhoffnungen des starken US-Teams im Laufbereich.
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US-800m-Stars verpassen Weltmeisterschaften 2015
Wie sich bereits angedeutet hat, fliegt US-Meister Nick Symmonds aus dem WM-Team für Peking. Der Vize-Weltmeister von 2013 will sich den Vorschriften des Verbandes nicht beugen. Auch im Team für die 800m der Damen muss das US-amerikanische Team einen herben Verlust hinnehmen.
Kurz und knapp twitterte Nick Symmonds jene Entscheidung, die sich in den vergangenen Tagen angekündigt hat: „Ich habe gerade die Nachricht von USATF bekommen, dass ich nicht mehr im Team für Peking bin.“ Der Vize-Weltmeister von Moskau 2013 hatte sich in einer Fehde gegen den US-amerikanischen Verband zu weit aus dem Fenster gelehnt und saß nun am kürzeren Hebel. Da Symmonds eine Vereinbarung, welche das Tragen des offiziellen Team-Outfits des US-amerikanischen WM-Teams definiert, nicht unterschreiben wollte, weil er als von Brooks gesponserter Athlet nicht derartig häufig im Nike gebrandeten Team-Outfit der Nationalmannschaft auftreten wollte wie vom Verband erwünscht.

Regeln nicht befolgt
„Wir respektierten Nicks Entscheidung, die USA nicht bei den Weltmeisterschaften zu repräsentieren. Als Teil des Nationalteams hat er sich gewissen Regeln zu unterwerfen, welche nicht in individuellen Fällen einfach geändert werden können“, heißt es in einem Statement des US-amerikanischen Verbandes, verfasst von Sprecherin Jill Geer. Symmonds fühlt sich hintergangen und konterte, es wäre nicht seine Entscheidung, nicht zur WM fahren zu dürfen. Während der nationale Verband den Viertplatzierten der US-Trials, Clayton Murphy nachnominiert hat, bekommt Symmonds von einigen Kollegen aus dem Nationalteam Zuspruch und Unterstützung.

Zwar befand sich Nick Symmonds aufgrund einer hartnäckigen Verletzung, die ihm die gesamte vergangene Saison kostete, nicht in Topform. Trotzdem fehlt dem US-Team in Peking eine Bank: Der 31-jährige US-Amerikaner stand bei sämtlichen internationalen Großereignissen der vergangenen sechs Jahren jeweils im Finallauf über 800 Meter und krönte diese bemerkenswerte Serie mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften 2013.

Wilson verletzt
Auch im Damen-Team für den 800m-Lauf in Peking verliert der US-Verband eine aussichtsreiche Medaillenhoffnung. Ajee Wilson, schnellste 800m-Läuferin im Jahr 2014, verpasst den Saisonhöhepunkt aufgrund einer Verletzung am Schienbein. Die 21-jährige Junioren-Weltmeisterin von 2012 gilt als herausragendes Talent und als aussichtsreichste Herausfordererin der dominierenden 800m-Läuferin der vergangenen Jahre, Eunice Sum. Für Wilson rückt die Viertplatzierte der US-Trials, Molly Ludlow ins Team. Gemeinsam mit Brenda Martinez und Alysia Montano bildet die USA auch ohne ihre beste 800m-Läuferin ein schlagkräftiges Trio. Das bemerkenswerteste Rennen der Saison hatte Wilson ausgerechnet bei den US-Trials abgeliefert, als sie 200 Meter vor dem Ende im Gerangel einen Schuh verlor und trotzdem Rang drei erkämpfte – schlussendlich tragischerweise ein Muster ohne Wert. Bereits bei den US-Meisterschaften hatte ihr die Verletzung Sorgen bereitet, seither hat Wilson kein einziges Rennen mehr bestritten.
Text: SIP / TK
Foto: Getty Images