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Großer Jubel bei Melissa Bishop, die die Goldmedaille bei den Panamerikanischen Spielen über 800 Meter vor eigenen Publikum feiern konnte.
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800m-Shootingstars Bishop und Kohlmann gewinnen Gold
Die Kanadierin Melissa Bishop bringt mit ihrer Goldmedaille bei den Panamerikanischen Spielen vor heimischem Publikum in Toronto die kanadischen Lauffans zum Jubeln. Fabienne Kohlmann, seit kurzem Siegerin der Universiade und zweitschnellste Europäerin über 800m in dieser Saison, setzt den Glanzpunkt bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg.
Für das sportliche Highlight bei den Laufentscheidungen der Leichtathletik im Rahmen der 17. Panamerikanischen Spielen in der kanadischen Metropole Toronto sorgte die kanadische Aufsteigerin Melissa Bishop, die einigen tollen Auftritten in dieser Saison die Krone aufsetzte. Im von allen Laufbewerben best besetzten Finale setzte sich die 26-Jährige, die nur knapp 300 Kilometer von Toronto entfernt geboren ist, was für kanadische Dimensionen unmittelbare Nachbarschaft bedeutet, in einer Zeit von 1:59,62 Minuten vor der US-Amerikanerin Alysia Montano und der Brasilianerin Flavia de Lima durch. Überraschend leer aus ging die Kubanerin Rose Mary Almanza, die zweitschnellste 800m-Läuferin des Jahres, die als klare Favoritin auf die Goldmedaille gegolten hatte. Ihre Landsfrau Sahily Diago, ebenfalls eine Unter-Zwei-Minuten-Läuferin, war bereits im Halbfinale gescheitert.

Die Panamerikanischen Spiele werden im Vier-Jahres-Rhythmus stets im Vor-Olympischen Jahren ausgetragen. Heuer nahmen Sportlerinnen und Sportler aus 41 Ländern teil und traten in 36 Sportarten gegeneinander an. Im Kontext zahlreicher weiterer wichtiger Wettkämpfe im Sommer 2015 hatten zahlreiche WM-Starter und Stars der panamerikanischen Leichtathletik auf einen Start verzichtet, hier kämpfen die Panamerikanischen Spiele mit ähnlichen Schwierigkeiten wie etwa die Europaspiele.

Hopps und Topps für Kanada
Aus Sicht der Hausherren verliefen die Laufbewerbe der Leichtathletik mit zwiespältigen Ergebnissen: Nathan Brannen musste sich im 1.500m-Lauf der Herren knapp dem US-Amerikaner Andrew Wheating (3:41,41 Minuten) geschlagen geben und sicherte sich vor seinem Landsmann Charles Philibiert-Thiboutot die Silbermedaille. Ebenfalls Silber und Bronze gab es für Nicole Sifuentes und Sasha Gollish im 1.500m-Lauf der Damen, den die Kolumbianerin Muriel Coneo in 4:09,05 Minuten gewann. Für die größte kanadische Enttäuschung sorgte Cam Levins, der über 5.000m nicht über Rang fünf hinaus kam und die Siegerehrung beim Sieg des Mexikaners Juan Luis Barrios in 13:46,47 Minuten als Zuschauer verfolgen musste. Für die zwei kanadischen Goldmedaillen bei den Herren sorgten im Laufbereich Mohammed Ahmed im 10.000m-Lauf (28:49,96 Minuten) und Matt Hughes im 3.000m-Hindernislauf, den er in einer Zeit von 8:32,18 Minuten vor seinem Landsmann Alexandre Genest gewann.

Über 800 Meter besiegte der US-Amerikaner Clayton Murphy etwas überraschend den etwas höher eingeschätzten Kolumbianer Rafith Rodriguez in einer Zeit von 1:47,19 Minuten knapp. Im 3.000m-Hindernislauf der Damen feierten die US-Amerikanerinnen Ashley Higginson (9:48,12 Minuten) und Shalaya Kipp einen Doppelsieg. Über 5.000m war die Brasilianerin Julia dos Santos in einer Zeit von 15:45,97 Minuten nicht zu schlagen. Im 10.000m-Lauf holte die Mexikanerin Brenda Flores (32:41,33 Minuten) die Goldmedaille vor der US-Marathonstar Desiree Linden. Die kanadische Marathon-Rekordhalterin Lenni Marchant wurde Dritte.

Tejeda holt Marathon-Gold
Im Marathon der Herren setzte sich der Kubaner Richer Perez in einer Zeit von 2:17:04 Stunden vor dem Peruaner Raul Pacheco (2:17:13 Stunden) und dem Argentinier Mariano Mastromarino (2:17:45 Stunden) durch. Bei den Damen feierte die peruanische Südamerika-Rekordhalterin Gladys Tejeda in einer Zeit von 2:33:03 Stunden einen Favoritensieg vor Adriana da Silva (2:35:40 Stunden) aus Brasilien und Lindsay Flanagan aus den USA, die nicht verwandt mit dem US-Marathonstar Shalane Flanagan ist.


Kohlmann glänzt bei Deutschen Meisterschaften
Während in Toronto die besten Leichtathleten des amerikanischen Kontinenten um Edelmetall rangen, fanden in einigen europäischen Ländern die nationalen Titelkämpfe statt – so zum Beispiel in Deutschland. Den Höhepunkt der Laufentscheidungen in Nürnberg setzte der neue deutsche 800m-Star Fabienne Kohlmann. Nur wenige Tage nach ihrem phänomenalen Sieg über Selina Büchel in Bellinzona mit einer fabelhaften neuen persönlichen Bestleistung legte die 25-Jährige bei den Deutschen Meisterschaften nach und holte sich den Titel in einer Zeit von 1:59,28 Minuten. In einem spannenden Duell sicherte sich die immer besser werdende Christina Hering, heuer Siegerin bei der Salzburger Leichathletikgala, in einer neuen persönlichen Bestleistung von 1:59,54 Minuten die Silbermedaille.

Favoritensiege
Bei den Laufentscheidungen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften gab es vorwiegend Favoritensiege. In Abwesenheit von Homiyu Tesfaye, der sich in der Wettkampfsaison 2015 praktisch überhaupt nicht zeigt, siegte Florian Orth im 1.500m-Lauf mit dem winzigen Vorsprung von 0,01 Sekunden vor Sebastian Keiner. Richard Ringer gewann den 5.000m-Lauf ebenso souverän wie Studenten-Weltmeister Martin Grau die Entscheidung über 3.000m mit Hindernissen. Bei den Damen dominierte Gesa Felicitas Krause, aktuell die beste Europäerin in dieser Disziplin, erwartungsgemäß nach Belieben. Über 5.000m setzte sich die Doppel-Junioren-Europameisterin Alina Reh vor Routinier Sabrina Mockenhaupt durch und Im 1.500m-Lauf siegte Maren Kock. Eine kleine Überraschung schaffte Dennis Krüger, der über 800 Meter Robin Schembera denkbar knapp besiegte.

Panamerican Games 2015 in Toronto
Text: SIP / TK
Foto: Getty Images