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Konzentration und mentale Stärke spielen im Laufsport eine wichtige Rolle.
TRAININGSTIPPS
Leistungssprung durch Motivation und mentale Stärke
Sportliche Zielsetzungen bringen große Herausforderungen mit sich. Das gilt sowohl im Spitzensport als auch im Breitensport. Um große Herausforderungen und hohe Hürden überwinden zu können, sind eine gut trainierte Psyche und die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, beinahe ebenso wichtig wie die physischen Voraussetzungen.
Der „kleine Mann im Ohr“ kann so manches Wunder bewirken! Eine im „Medicine & Science in Sports & Exercise“ veröffentlichte Studie definiert den möglichen Leistungsschub alleine durch Motivation auf bis zu 18%. In dieser wissenschaftlichen Untersuchung wurden die Leistungsdaten zweier Sportlergruppen, welche sich auf ähnlichem Level bewegten, verglichen: die Sportler der einen Gruppe wurden in tagelanger Vorbereitung ständig mit motivierenden Phrasen angestachelt und steigerten ihre Leistung beim folgenden Test in beachtlichem Maße gegenüber der Kontrollgruppe, die in der Zwischenzeit nicht von außen motiviert wurde.

Motivierende Phrasen müssen nicht von Außenstehenden kommen, man kann sich auch selbst durch Gedanken oder Selbstgespräche puschen. Damit kann die menschliche Psyche einerseits bis zu einem bestimmten Grad „manipuliert“ und die mentale Stärke andererseits aufgebaut werden; ein Ansatz, der in der Sportpsychologie bereits seit langer Zeit eine gewichtige Rolle spielt.

Mentale Stärke macht den Unterschied
Im Sport spielt die Psyche eine enorme Rolle. Wie groß ihr Anteil an einer sportlichen Leistung ist, hängt von der Sportart ab. Der britische Psychologe John Hall behauptet auf Basis einer aktuellen wissenschaftlichen Studie, dass 14% der Leistung eines Distanzläufers auf das Konto der mentalen Stärke geht. Die mentale Härte entscheidet jedoch nicht nur über Sieg oder Niederlage in der Weltspitze, sie entscheidet auch über das Erreichen oder Nicht-Erreichen von persönlichen Zielen im Breiten- und Hobbysport.

Besonders bei extremen äußeren Bedingungen wie Regen, Wind, Hitze oder anderen nicht vorhersehbaren Phänomenen wirkt sich mentale Anfälligkeit schnell negativ auf die Leistungsfähigkeit aus – ebenso im Umkehrschluss. Mentale Stärke ergibt sich vor allem aus den folgenden Komponenten: eine große Portion an Selbstvertrauen, hohe Konzentration und Entschlossenheit sowie die Fähigkeit, stets Kontrolle über Körper und Geist und den Fokus aufs Wesentliche zu wahren. Eigenschaften, die man sich sorgfältig antrainieren kann, und, wenn man ambitioniert ist, auch muss.

Ein Faktum bleibt allerdings in der gesamten Diskussion über Sport und Psyche unbestritten: Selbst die besten psychischen Voraussetzungen eines Läufers sind nichts wert, wenn die physischen den Anforderungen nicht gerecht werden. Fitness und Psyche müssen immer Hand in Hand gehen.
Text: SIP / TK
Foto: SIP – Johannes Langer